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Entwurf · ärztliche Prüfung ausstehend · geplante Veröffentlichung 10. November 2026
Therapie

PRT-Spritze: Wie läuft sie ab, was bewirkt sie und welche Risiken gibt es?

Kurz gesagt

Bei der PRT-Spritze (periradikuläre Therapie) wird ein örtliches Betäubungsmittel, meist zusammen mit einem Kortisonpräparat, unter Bildkontrolle direkt an eine gereizte Nervenwurzel gespritzt. Sie kommt vor allem bei ausstrahlenden Beinschmerzen durch einen Bandscheibenvorfall oder eine Einengung des Nervenaustritts infrage, wenn andere Maßnahmen nicht ausreichen. Der Eingriff dauert wenige Minuten. Die Spritze kann die Schmerzen für einige Wochen bis Monate lindern, ernste Komplikationen sind selten.

Was ist eine PRT-Spritze?

Wenn ein Nerv an der Wirbelsäule gereizt ist, kann der Schmerz bis in den Fuß ziehen. Sitzen, Gehen und Schlafen werden dann mühsam. Für diese Situation gibt es die PRT-Spritze. PRT steht für periradikuläre Therapie, also eine Behandlung rund um die Nervenwurzel.

Dabei wird eine kleine Menge Medikament genau an die Stelle gespritzt, an der die Nervenwurzel aus dem Wirbelkanal austritt. Meist ist das eine Mischung aus einem örtlichen Betäubungsmittel und einem Kortisonpräparat. Die Nadel wird unter Bildkontrolle geführt, entweder mit der Computertomografie (CT) oder mit Röntgendurchleuchtung. Beide Wege sind etabliert.

Die Spritze repariert nichts an der Bandscheibe oder am Knochen. Sie soll die Entzündung und Schwellung um den Nerv beruhigen. Damit gewinnt der Körper Zeit, und Sie können sich wieder mehr bewegen.

Bei welchen Beschwerden kommt eine PRT infrage?

Die PRT ist für ausstrahlende Schmerzen gedacht, die von einer gereizten Nervenwurzel ausgehen. Mediziner sprechen von radikulären Schmerzen. Typisch ist ein Schmerz, der einem bestimmten Streifen am Bein folgt, manchmal mit Kribbeln oder Taubheit.

  • Bandscheibenvorfall, der auf eine Nervenwurzel drückt
  • Einengung des Nervenaustrittslochs (Foramenstenose), etwa durch Verschleiß
  • Spinalkanalstenose mit ausstrahlenden Beinschmerzen
  • in ausgewählten Fällen anhaltende Nervenschmerzen nach einer Rückenoperation

Eine PRT ist in der Regel nicht der erste Schritt. Zunächst stehen Schmerzmittel, Bewegung und Physiotherapie. Reicht das über einige Wochen nicht aus oder sind die Schmerzen so stark, dass Sie kaum aktiv sein können, kann die Spritze eine Option sein. Wie sich ein Bandscheibenvorfall insgesamt ohne Operation behandeln lässt, lesen Sie in einem eigenen Artikel.

Bei reinem Kreuzschmerz ohne Ausstrahlung ins Bein passt die PRT meist nicht. Dann kommen eher andere Ursachen infrage, etwa die kleinen Wirbelgelenke oder das Kreuz-Darmbein-Gelenk. Auch hinter einem Schmerz, der ins Bein zieht, steckt nicht immer der Nerv. Mehr dazu finden Sie auf unserer Seite zum Ischias.

Wie läuft die PRT-Spritze ab?

Der Eingriff selbst dauert nur wenige Minuten. Sie bleiben dabei wach und können jederzeit mit mir sprechen.

  1. Aufklärung. Vorher sehen wir uns gemeinsam Ihre Bilder an, meist ein MRT, und besprechen Nutzen und Risiken. Ich frage nach blutverdünnenden Medikamenten, Allergien, Diabetes und einer möglichen Schwangerschaft.
  2. Lagerung. Für die Lendenwirbelsäule liegen Sie in der Regel auf dem Bauch, oft mit einem Kissen unter dem Becken. Die Haut wird gründlich desinfiziert.
  3. Örtliche Betäubung. Die Einstichstelle wird betäubt. Danach spüren die meisten Patienten nur einen kurzen Einstich und Druck.
  4. Nadel unter Bildkontrolle. Auf dem Röntgenbild verfolge ich, wie die feine Nadel an die Nervenwurzel geführt wird. Häufig wird eine kleine Menge Kontrastmittel gegeben, um die Verteilung zu prüfen.
  5. Das Medikament. Kommt die Nadel nah an den Nerv, kann kurz der bekannte Schmerz ins Bein ziehen. Das geht schnell vorbei. Dann wird das Medikament langsam gespritzt.
  6. Ruhe danach. Anschließend ruhen Sie eine Weile in der Praxis. Durch das Betäubungsmittel kann sich das Bein für einige Stunden taub oder schwach anfühlen. Planen Sie für den Rest des Tages Ruhe ein.

Wie gut und wie lange wirkt die Spritze?

Das Betäubungsmittel wirkt sofort, lässt aber nach einigen Stunden nach. Manche Patienten haben danach für kurze Zeit wieder mehr Schmerzen. Das Kortison braucht meist einige Tage, bis es wirkt.

Bei vielen Patienten lassen die ausstrahlenden Schmerzen danach spürbar nach. Wie lange das anhält, ist sehr unterschiedlich, von einigen Wochen bis zu mehreren Monaten. In dieser Zeit bildet sich ein Bandscheibenvorfall häufig von selbst zurück. Die Beschwerden kommen dann nicht unbedingt wieder, wenn das Medikament abgeklungen ist.

Die Studienlage zeigt vor allem eine Linderung über die folgenden Wochen. Ob die Spritze den langfristigen Verlauf verändert oder eine spätere Operation verhindert, ist nicht eindeutig belegt. Bei manchen Patienten hilft sie wenig oder gar nicht.

Deshalb sehe ich die PRT als Brücke. Sie soll die Schmerzen so weit lindern, dass Bewegung und Physiotherapie wieder möglich werden. Ohne diesen aktiven Teil bleibt der Effekt oft begrenzt. Wie Spritze, Übungstherapie und Operation zueinander stehen, lesen Sie im Artikel Spritze, Physiotherapie oder OP.

Welche Risiken und Nebenwirkungen hat die PRT?

Ernste Komplikationen sind bei der PRT selten. Ganz ohne Risiko ist aber keine Spritze an der Wirbelsäule. Die meisten Nebenwirkungen sind harmlos und gehen von selbst vorbei.

Häufig und meist harmlos

  • Taubheit oder Schwäche im Bein für einige Stunden durch das Betäubungsmittel
  • Druckgefühl oder Schmerzen an der Einstichstelle
  • vorübergehend stärkere Beschwerden, bevor das Kortison wirkt
  • durch das Kortison Gesichtsrötung, Unruhe oder unruhiger Schlaf für kurze Zeit
  • bei Diabetes erhöhte Blutzuckerwerte über einige Tage, deshalb häufiger messen

Selten, aber wichtig

  • Infektion an der Einstichstelle oder in der Tiefe
  • Bluterguss, vor allem unter blutverdünnenden Medikamenten
  • allergische Reaktion auf ein Medikament oder das Kontrastmittel
  • Reizung oder Verletzung der Nervenwurzel
  • sehr selten schwere Komplikationen an Nerven oder Blutgefäßen

Kortisonpräparate sind für die Injektion an die Nervenwurzel formal nicht ausdrücklich zugelassen. Diese Anwendung außerhalb der Zulassung, der sogenannte Off-Label-Use, ist bei der PRT verbreitet und fachlich anerkannt. Ich kläre Sie darüber vor dem Eingriff auf.

Wann sollte man auf die PRT verzichten?

In manchen Situationen rate ich von der Spritze ab oder verschiebe sie. Dazu gehören:

  • eine akute Infektion, Fieber oder eine Hautentzündung im Bereich der Einstichstelle
  • eine Blutgerinnungsstörung oder blutverdünnende Medikamente, die sich nicht abgestimmt pausieren lassen; setzen Sie solche Mittel nie eigenmächtig ab
  • eine Schwangerschaft, wegen der Röntgenstrahlung
  • eine bekannte Allergie gegen die verwendeten Medikamente oder das Kontrastmittel
  • ein schlecht eingestellter Diabetes

Bei deutlichen oder rasch zunehmenden Lähmungen steht nicht die Spritze im Vordergrund. Dann muss zügig geklärt werden, ob eine Operation nötig ist. Kommen Taubheit im Genital- oder Gesäßbereich oder Probleme beim Wasserlassen oder Stuhlgang hinzu, gehen Sie bitte sofort in die Notaufnahme oder rufen Sie die 112.

Wie wir in der Praxis vorgehen

Ob eine PRT für Sie sinnvoll ist, entscheiden wir erst nach der Untersuchung. Beim ersten Termin sehen Sie in der Regel uns beide. Dr. med. Robert Dietz beurteilt als Orthopäde Wirbelsäule und Bewegungsapparat, ich schaue als Schmerztherapeutin auf Nerven und Schmerzverarbeitung. Bitte bringen Sie vorhandene MRT- oder CT-Bilder und Arztbriefe mit.

Die Injektion führen wir in der Praxis unter Röntgensicht mit einem C-Bogen durch. Das ist ein bewegliches Röntgengerät, das die Lage der Nadel während des Eingriffs zeigt. Nach einer kurzen Ruhephase bei uns können Sie nach Hause. Mehr zum Verfahren und zu weiteren Injektionen an der Wirbelsäule finden Sie auf unserer Seite zur Wirbelsäuleninfiltration.

Wenn Sie klären möchten, ob eine PRT bei Ihnen infrage kommt, können Sie freie Termine online sehen und direkt buchen. Bei akuten starken Schmerzen rufen Sie uns bitte an: 09131 687 48 40.

Häufige Fragen

Darf ich nach der PRT selbst Auto fahren?

Am Tag der Spritze sollten Sie nicht selbst fahren. Das Betäubungsmittel kann das Bein für einige Stunden taub oder schwach machen, und die Reaktionsfähigkeit ist dann eingeschränkt. Organisieren Sie am besten eine Begleitung oder ein Taxi für den Heimweg.

Wie oft kann man eine PRT wiederholen?

Hat die erste Spritze die Beschwerden deutlich gelindert und lässt die Wirkung nach, kann sie nach einigen Wochen wiederholt werden. Wegen des Kortisons wird die Zahl der Spritzen begrenzt und jedes Mal neu abgewogen. Hat die erste Spritze kaum etwas bewirkt, sollte eher die Ursache der Schmerzen noch einmal überprüft werden.

Was ist der Unterschied zwischen PRT und Facetteninfiltration?

Die PRT zielt auf eine gereizte Nervenwurzel und wird vor allem bei Schmerzen eingesetzt, die ins Bein ausstrahlen. Die Facetteninfiltration zielt auf die kleinen Wirbelgelenke, die eher örtliche Rückenschmerzen verursachen. Welches Verfahren passt, hängt von der Untersuchung und den Bildern ab.

Wann kann ich nach der Spritze wieder arbeiten und Sport treiben?

Leichte Tätigkeiten sind meist schon am nächsten Tag wieder möglich. Schwere körperliche Arbeit und Sport sollten Sie einige Tage ruhen lassen und dann schrittweise steigern. Normale Bewegung im Alltag ist ausdrücklich erwünscht. Was in Ihrem Fall passt, besprechen wir nach dem Eingriff.

Übernimmt die private Krankenversicherung die PRT?

Die Behandlung wird nach der GOÄ abgerechnet. Private Krankenversicherungen und Beihilfe erstatten je nach Tarif. Gesetzlich Versicherte sind als Selbstzahler willkommen. Die Kosten besprechen wir vorab mit Ihnen, bei Unsicherheit lohnt sich vorher eine kurze Nachfrage bei Ihrer Versicherung.

Jennifer Dietz-Kloss
Über die AutorinJennifer Dietz-Kloss

Fachärztin für Anästhesiologie und Allgemeinmedizin · Spezielle Schmerztherapie. Ortho Medis Dietz, Privatpraxis für Orthopädie und Schmerztherapie in Erlangen.

Zum Profil

Dieser Artikel informiert allgemein und ersetzt keine Untersuchung. Bei starken oder neuen Beschwerden, Lähmungen, Taubheit oder Problemen beim Wasserlassen suchen Sie bitte sofort ärztliche Hilfe (Notruf 112).

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